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Die Geschichte von Typo3 (1997 bis 2018)

“The really special thing about TYPO 3 is in the community we have!”

Kasper Skårhøj

Gamechanger nennen wir die Menschen, die neue Lösungen für bestehende Herausforderungen finden und Kasper Skårhøj ist einer von ihnen: Er schreibt den Kern von TYPO 3 und bringt eines der erfolgreichsten Open Source Projekte auf den Weg. Ende der 1990-er nimmt das Internet langsam Fahrt auf und die Dot-Com-Ökonomie steht kurz vor ihrem ersten Höhepunkt. Zu der Zeit ist Content Management noch eng mit technischen Fragen verknüpft – entsprechend aufwendig ist es, eine Webseite zu betreiben. Mit den ersten CMS-Lösungen wird es möglich, dass sich Website-Macher voll auf den Inhalt konzentrieren können. Heute braucht ein SEO Manager einige Minuten, um sich mit TYPO 3 vertraut zu machen: Meta-Tags und die Suchmaschinen-Performance des eigenen Internet-Auftritts lassen sich mittlerweile auch mobil über Smartphones verwalten. Dazwischen liegen über 20 Jahre Webentwicklung.

Die Wurzeln von TYPO3

1997 ist die Apple Aktie um weniger als einen Dollar zu haben, Microsoft gewinnt die erste Runde im Browser-Krieg gegen den Netscape Communicator und eine kleine Suchmaschine mit Potential wird von „BackRub“ auf „Google“ umbenannt. In Dänemark sucht Kasper Skårhøj nach einer Lösung, um das technische Design von Internet-Seiten von der inhaltlichen Pflege zu trennen. Er beginnt mit der Entwicklung eines Content Management Systems zu einer Zeit, als der Begriff noch unbekannt war. Mitte 2000 ist der Kern der neuen CMS Software in PHP geschrieben und wird als Betaversion veröffentlicht. Kasper hatte seine alte Firma superfish.com ein Jahr zuvor verlassen, da er davon überzeugt ist, dass die neue Software als Open Source Projekt bessere Entwicklungs-Chancen hat. Nachdem die Betaversion ein Jahr Crashtest hinter sich hatte und von einer wachsenden Community weiterentwickelt wurde, steht schließlich 2001 die erste stabile Version mit der Nummer 3 für den Einsatz bereit. Da Software-Entwickler bekanntlich gute Anekdoten lieben, bekommt die neue Content Management Software den Namen TYPO – eine Abkürzung für das englische „Typingerror“: Laut Überlieferung hat Kasper nach einer langen Programmier-Session aufgrund eines Tippfehlers die Arbeit einer ganzen Woche verloren. Nachdem der Code neu geschrieben war, war er jedoch performanter als der versehentlich gelöschte. Heute ist TYPO 3 eine sichere Software mit einem strukturierten Upgrade-Zyklus. Seit der Versionsnummer 4.5 gibt es zu jedem Versions-Sprung auch ein LTS-Upgrade: Die Long Term Support-Versionen sind auf Stabilität ausgerichtet und werden drei Jahre lang mit Updates gepflegt. Damit ist sichergestellt, dass kein Typingerror TYPO 3 gefährdet, auch wenn er tief im Namen integriert ist.

TYPO3 als Community-Projekt

2003 wird die Mozilla Foundation gegründet und Mark Zuckerberg macht seine ersten Erfahrungen mit „facemash“ – dem College-Projekt, aus dem einmal Facebook werden wird. Das Web 2.0 ist angekommen und community bzw. user generated content werden zu einer der wichtigsten Anforderungen in der Webentwicklung. TYPO 3 bekommt zu dieser Zeit den Extension Manager: Neben der Grundinstallation bietet die Software zahlreiche Erweiterungen, die von Webentwicklern der Community erstellt werden. Viele essenzielle Funktionen wie Foren, E-commerce Tools oder Seitenaufruf-Statistiken werden dadurch verfügbar und erhöhen den Nutzen. Im folgenden Jahr wird auch die Liste der kompatiblen Datenbanken größer. Dank DBAL (Database Abstraction Layer) werden viele gängige SQL-Systeme (wie MariaDB, PostgreSQL oder Oracle) unterstützt und nicht nur MySQL. 2005 startet mit dem „t3n Magazin“ eine Zeitschrift für TYPO 3 und verwandte Open Source Projekte. Die Beliebtheit der Software und die Zahl der Webentwickler, die sie nutzen, wachsen. Die Fachzeitschrift ist mit einer verkauften Auflage von über 40.000 ein Erfolg und ein Kanal für digital pioneers. Heute liefern rund 80.000 Entwickler Code für die Weiterentwicklung von TYPO 3.

EnterpriseCMS und flexible Rechteverwaltung

2007 gehen Hulu (der Video on Demand Service) und Amazon Fresh (ein online-Shop für frische Lebensmittel) online. E-Commerce ist mittlerweile eines der wichtigsten Aufgabenfelder für Webentwickler. TYPO 3 wird in diesem Jahr um Inline Relational Record Editing (IRRE) erweitert: Das gleichzeitige Bearbeiten miteinander verknüpfter Datensätze wird erheblich vereinfacht. Damit steigt vor allem die Performance rund um die differenzierte und flexible Rechteverwaltung. Auch bei einer Vielzahl an unterschiedlichen Redakteuren, bleibt das Content Management überschaubar und sicher – zentrale Anforderungen für große online-Shops. Im D-A-CH-Raum setzt sich TYPO 3 vor allem bei kleinen und mittelständischen Betrieben als bevorzugtes EnterpriseCMS durch. Die Vorteile, die Kasper Skårhøj in der Open Source Entwicklung gesehen hat, können vor allem gegenüber proprietären Lösungen punkten: Die große Community entwickelt zahlreiche Zusatzfunktionen und testet die neue Software ausführlich. 2007 ist auch das Jahr, in dem Kasper das Projekt verlässt und neue Herausforderungen sucht. Heute leitet Benni Mack die Weiterentwicklung des Systems.

Mobiles Internet und Content Management

Am 3. April 2010 wird in den USA das erste iPad verkauft und das, was mit dem iPhone begonnen hat, wird fordert Websites auf neue Weise: das mobile Internet. Die angepasste Darstellung für unterschiedliche Bildschirmgrößen ist eine Aufgabe für Webdesign und Content Management Systeme. HTML5 bringt zahlreiche Erleichterungen und wird von TYPO 3 bereits seit 2010 im Frontend unterstützt. Neue mobile device dedecting Extensions tauchen im Extension Repository auf und angepasste Templates werden von der Community zum Download zur Verfügung gestellt (meist mit TYPO 3 Fluid erstellt, der HTML5 compliant Templating-Engine). Mobiles Internet wird für Content Manager auch für den eignen Workflow wichtiger. Seit TYPO 3 Version 7 wird ein responsives Backend bei Tablets und seit 8.4 bei Smartphones unterstützt.

Sicherheit und Internet

Im Juni 2015 erfolgt ein Cyberangriff auf den deutschen Bundestag – ein Einzelereignis in einer langen und unerfreulichen Liste. Webdesign ohne Sicherheit-Guidelines ist heute nicht mehr vorstellbar. Bei der Entwicklung von TYPO 3 steht neben Flexibilität auch Sicherheit auf der To-do-Liste. Ein eigenes TYPO 3 Security Team unter der Leitung von Helmut Hummel ist für die sicherheitsrelevanten Fragen verantwortlich. Das TYPO 3 Security Cookbook dient als schneller Überblick. Sicherheit war 2015 für TYPO 3 auch in einer anderen Hinsicht wichtig. Nachdem die Entwicklung seit 2004 vor allem durch die TYPO 3 Association getragen wurde, kam nun auch eine TYPO 3 GmbH dazu. Damit sollen vor allem der Support und die Serviceleistungen rund um die Software auf sichere Beine gestellt werden.

DSGVO und Optimierung für Suchmaschinen

2018 tritt die General Data Protection Regulation (Datenschutz Grundverordnung – DSGVO) in Kraft. Einerlei, wie die neuen Vorgaben beurteilt werden, Betreiber von Websites müssen sich daran halten. Die Version 9 von TYPO 3 unterstützt die Verwaltung und damit Einhaltung der DSGVO Compliance Vorgaben. Darüber hinaus sind aber auch eine Reihe weiterer Tools zu finden, die das Leben von Contentmanagern erleichtern, zum Beispiel:

  • Vereinfachung der Database Table Creation Funktionen
  • die neue System-Extension „SEO“ erleichtert die Optimierung für Suchmaschinen

Das Internet wird von Menschen für Menschen gestaltet; dennoch ist klar, dass die „Suchmaschinenfreundlichkeit“ einer Website ein erfolgsrelevanter Faktor ist. Mit der SEO Extension wird unter anderem die Verwaltung von Meta-Tags mit einer neuen Meta-Tag API wesentlich vereinfacht.

TYPO3 – Webentwicklung seit über 20 Jahren

Am Beginn steht ein aufmerksamer und talentierter Däne. Kasper Skårhøj erkennt, dass ein flexibles und dynamisches Internet auch ein ebensolches Werkzeug für seine Entwicklung braucht. Auf seiner Basis - der in PHP geschriebene Kern – schafft eine lebendige Entwickler-Community Lösungen für ein nach wie vor wachsendes Internet. Typo 3 kann sich mit rd. 400.000 produktiven Installationen neben anderer Open Source CMS Software behaupten. Joomla, Drupal oder WordPress sind im Vergleich einfacher zu bedienen können aber nicht mit der fast grenzenlosen Skalierbarkeit mithalten. Vereine, NGOs und Unternehmen, die auf Wachstum setzen, investieren daher oft in Typo 3. Heute ist Typo 3 ein dynamisches Projekt mit zahlreichen Erweiterungen und integrierten bzw. eigenständigen Teil-Projekten (Typo 3 Neos, Neos Flow, …). Die Flexibilität, Performance und Skalierbarkeit der Software ist vor allem einer Eigenschaft zu verdanken, die Kasper Skårhøj an den Anfang gestellt hat: Es ist ein Community-Projekt.

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